23. Mai 2016

Nichts zum Zeigen, nur etwas zum Erzählen

Hier hat sich eine Weile nichts getan, aber ich war genauso lange auch nicht mehr am Basteltisch.
Ich habe eine für eine alte Frau turbulente Zeit - wohl noch nicht ganz - hinter mir.

Letzte Woche habe ich mein sechstes Jahrzehnt abgeschlossen.


Ein paar liebe Bastelfreundinnen haben an mich gedacht, ihnen sei hier nochmal herzlich Dank gesagt !

Mangels Masse habe ich keine große Feier angesetzt, sondern nur mit meinen beiden hier in der Nähe lebenden Töchtern und ihren Familien gefeiert. Meine "Große" ist weit weg, hatte mich aber anläßlich eines Schulfestes die Woche zuvor am Muttertag schon besucht.
Mein Bruder hatte sich für Samstag mittag auf einen Kurzbesuch angemeldet, angeblich auf dem Weg in den Urlaub.
Samstag morgen habe ich noch Weißwürste besorgt, damit sie nicht hungrig weiterfahren sollten. Und ich wartete Samstag fast drei Stunden . . . . Bis meine Karin auftauchte und mir sagte, ich solle festes Schuhwerk anziehen und eine Jacke mitnehmen, wenn es abends kühler würde. Auf meine Frage, ob mein Bruder denn vielleicht bei ihnen sei, gabs nur ein Grinsen und mein Mäxchen meinte wichtig, der Fritz wisse schon, wo es den Kaffee gibt.
Was ich nicht wußte : meine Kinder hatten heimlich etwas vorbereitet und alle hatten dicht gehalten, auch die Enkel hatten sich am Dienstag nicht verplappert.
Auf dem Weg zum Wohnort meiner Tochter stand plötzlich ein großer Kreidepfeil auf der Straße mit meinem Namen drunter. Ich altes Weiblein wurde immer verwirrter, auch als ich am Waldrand (bei einem kleinen Vereinsheim) etliche geparkte Autos aus ganz Bayern sah. Auf die Idee verwandschaftlicher Kennzeichen kam ich nicht, weil auch ein Münchner Auto ( Leihwagen) dabei war.
Als ich dann ausgestiegen war, brauchte ich einen Moment, um zu kapieren, was ich vor mir sah : meine fast gesamte Familie , zumindest das, was davon noch übrig ist. Sie stimmten im Chor Happy Birthday an und ich war am Schlucken.
Nur einer fehlte, der aber kurz darauf doch auftauchte, mein Bruder. Mir wurde signalisiert, daß er einen Überraschungsgast mitbringe. Und als ich den erblickte, war ich endgültig von den "Socken". Mein Bruder hatte meine Jugendfreundin ausfindig gemacht, die vor fast 50 Jahren in einen evangelischen Orden eingetreten ist. Er hatte sie in Darmstadt abgeholt und auch gestern wieder dorthin gebracht. Er ist dafür am letzten Wochenende 1600 km gefahren. Auch wenn er gerne Auto fährt, ist das eine respektable Leistung und ich honoriere das sehr, denn schließlich ist er inzwischen auch Rentner. Ihm sei an dieser Stelle nochmal ganz herzlich gedankt dafür !
Für die Auffindung meiner Freundin - das wäre nochmal eine Geschichte - hätte man aber eigentlich nur mich fragen brauchen   denn seit ein paar Jahren habe ich wieder Kontakt zu ihr, den eine andere Freundin von mir zustande brachte. Sie konnte leider nicht mehr dabei sein, da sie schon von uns gegangen ist.
Zum Kaffe gab es dann u.a. eine Torte nach einem Paraquayanischen Rezept aus der Ordensküche, die eine von dort stammende Mitschwester gebacken hatte. Ihr sei herzlich Dank dafür !
Für abends war eine Grillparty organisiert.


Leider kam aber am späten Nachmittag noch ein schwerer Wermutstropfen in das schöne Fest. Meine "Große" wollte/musste zum Augenarzt Notdienst, weil sie schon den ganzen Tag Probleme mit dem rechten Auge hatte. Nach einem ersten telefonischen Kontakt mit der Notärztin wurde sie gleich ans Zentralklinikum Augsburg verwiesen. Ihr Schwiegersohn, der sie gefahren hat, kam erst gegen 21°° zurück und brachte erste Nachrichten. Im Auge hatte sich die Netzhaut gelöst und zwar schon so weit, daß man nicht mehr nur antackern konnte. Da am Abend in der Augenklinik kein Anästhesist verfügbar war, wurde für Sonntag früh eine Operation angesetzt. Man musste das Auge öffnen, Glaskörper und Linse entfernendie Netzhaut wieder verschweissen ( die Makula hatte sich glücklicherweise noch nicht gelöst), das Auge wieder befüllen, eine künstliche Linse einsetzen und alles wieder verschliessen. Der Operationserfolg ist allerdings erst in sechs Wochen absehbar.
Meine Freundin übernachtete bei mir und wir saßen in dieser Nacht noch lange beisammen. Geschlafen habe ich anschliessend kaum, weil mir zu viel durch den Kopf ging.
An dieser Stelle möchte ich meiner Familie ( ich hoffe, es lesen ein paar diese Zeilen) nochmal ganz, ganz herzlich danken für das schöne Fest, das Ihr mir bereitet habt. Besonders auch den Organisatoren/innen für die viele Arbeit , aber auch allen Gästen, denn ein paar hatten andere Pläne deswegen verworfen. Es war das schönste Fest in meinem Leben .
Das Wetter hat auch mitgespielt, wir hatten schönsten Sonnenschein bei angenehmen Temperaturen. Beim "Füße verteten" zwischendurch konnte ich meiner Freundin die Allgäuer Berge zeigen, auf denen noch recht viel Schnee liegt.
Zum Abschied kamen fast alle nochmal bei mir vorbei. Aber auch gestern nachmittag konnte ich dann meinen Schlaf nicht nachholen, weil ich einfach noch viel zu "aufgekratzt" war.
Schade nur, daß das Fest etwas getrübt wurde, aber vielleicht hatte das auch etwas Gutes, denn die Augenklinik im Zentralklinikum hat einen sehr guten Ruf. Sie ist mit Sicherheit dort gut aufgehoben. Und schließlich kann man sich im Leben lange nicht alles aussuchen. Bin erst mal froh, wenn die Geschichte hoffentlich bestmöglichst ausgeht.
Bin heute nach allem immer noch etwas durch den Wind. Morgen werde ich  erst einmal mit dem Bus nach Augsburg fahren.
In der restlichen Woche werde ich noch liebe Leute, die krankheitsbedingt nicht teilnehmen konnten, besuchen und mit ihnen etwas nachfeiern.
Fotos habe ich leider (noch) nicht, denn ich habe in der  Aufregung ganz vergessen, die Kamera mit zu nehmen. Und das soll schon was heißen . . . . .
Dann bin ich fertig mit Erzählen . . . . . aber ich konnte das alles nicht für mich alleine behalten. Manchmal zwickt mich ein Mitteilungsbedürfnis. Wenn man alleine lebt, hat man das einfach ab und an.
p.s. . . . . noch eine gestalterische Anmerkung : die Schriftgröße hat sich im Verlauf des Posts geändert, mir entzieht sich warum und ich konnte es auch nicht mehr ändern. Google hat wohl manchmal einfach so seine Eigenheiten . . . . . . . . . . . 

Kommentare:

  1. Es schön zu lesen, wie deine Familie dir einen schönen Tag bereiten konnte... und deiner Tochter wünsche ich gute Besserung!

    Viele liebe grüße
    Gabi

    AntwortenLöschen
  2. Hallo liebe Else,

    wow, ich habe Gänsehaut beim lesen bekommen. Was für eine tolle Familie du hast. So eine Überraschung vergisst man sein ganzes Leben nicht. Ich bin wirklich beeindruckt.
    Ich wusste nicht das du Geburtstag hast, deshalb kommen meine herzlichsten Glückwünsche nachträglich. Ich wünsche dir alles Liebe und Gute, viel Glück, Gesundheit und Zufriedenheit.

    Für deine Tochter wünsche ich von Herzen gute Besserung und da die Operation ein Erfolg war.
    Ganz liebe Knuddelgrüße Silvi

    AntwortenLöschen
  3. Liebe Else,
    was für eine tolle Überraschung für dich!!! Ich konnte dich beim Lesen sooooooo gut verstehen und alles genau nachempfinden.
    Ich möchte dir hier nachträglich ganz ganz herzlich zum Geburtstag gratulieren und dir Gesundheit Glück, Zufriedenheit und ein gutes Ausgehen der Probleme deiner Tochter wünschen.
    Jetzt ruh dich erst mal aus und verkrafte diesen schönen Schock, der dir bestimmt viele gute Erinnerungen bescherte.
    Liebe Grüße,
    Flo

    AntwortenLöschen
  4. Na das war ja eine gelungene Überraschung.

    Für Deine Tochter wünsche ich alles Gute.

    Lg Anett

    AntwortenLöschen
  5. Ach Else was freu ich mich für dich, das ist sooo schön zu lesen, dass die Augen feucht wurden und dass man diese Freude teilen muss ist doch selbstverständlich. Nun erhole dich in den nächsten Tagen von der großen Aufregung, deiner Tochter wünsche ich schnelle Genesung und dass alles wieder gut wird.
    Grüßle marlisa

    AntwortenLöschen
  6. Schön, wenn's Dir gefallen hat.
    Bei dieser Gelegenheit möchte ich gerne klarstellen, dass wir alle drei das ausgeheckt haben, und auch die übrigen Gäste bereits an der Planung beteiligt waren.

    AntwortenLöschen
  7. Hallo Else,
    das war ja dann ein wunderschöner Festtag für Dich. Dann auch von mir nachträglich noch die herzlichsten Glückwünsche und bleib vor allem gesund, damit Du weiterhin so schöne Sachen basteln kannst.
    LG Hanne

    AntwortenLöschen
  8. Hallo liebe Else, erstmal alles Liebe und Gute fürs neue Lebensjahrzehnt, welches du begonnen hast. Bleib gesund und munter und weiterhin kreativ, denn das hält jung. Da hattest du ja eine richtig schöne Geburtstagsfeier. Toll was deine Lieben da auf die Beine gestellt haben.Schön wenn bei einem solchen Anlaß mal wieder die gesamte Familie zusammen kommt, was sonst ja nicht immer möglich ist, und alte Freunde noch dazu. Wenn du dich von all dem Trubel erholt hat, warten wir wieder auf deine kreativen Erzeugnisse. Für deine Tochter Gute Besserung und kein Rückfall. Sie soll sich jetzt mal viel Ruhe gönnen.
    Alles Liebe
    Sabine

    AntwortenLöschen
  9. Liebe Else, Nachtrag zum Telefonat...ich freue mich soooo sehr für Dich!!! Und Deoiner Tochter allea alles Gute!!!
    Liebe Grüße, Rosi

    AntwortenLöschen
  10. oh, liebe else, ich gratuliere dir nachträglich ganz, ganz herzlich zu deinem runden und so sehr schönen geburtstag....das war ja eine gelungene überraschung, kein wunder, dass dein herz am sprudeln ist....deiner tochter wünsche ich gute genesung, bestimmt wird alles gut....
    ...liebe umarmung....
    ruth..chen;-))

    AntwortenLöschen

Ein herzliches Danke für Eure Kommentare !
Ich freu mich über jeden einzelnen sehr !